Warum übernimmst du in Gruppenprojekten automatisch die Protokolle?

Kaum beginnt die Besprechung, öffnest du ein Dokument und schreibst mit. Niemand hat die Aufgabe verteilt. Später sorgst du auch für Erinnerungen und fehlende Rückmeldungen. Deine zuverlässige Organisation hält das Projekt zusammen, während andere vor allem für Ideen und sichtbare Ergebnisse stehen. Du fragst dich zunehmend, warum deine eigene Facharbeit weniger Raum bekommt.

Organisatorische Aufgaben werden häufig informell vergeben und bleiben dann an den Menschen hängen, die sie gut erledigen. Daraus können ungleiche Entwicklungschancen entstehen. Dass du sorgfältig bist, macht dich nicht automatisch dauerhaft zuständig. Unterstützungstätigkeiten brauchen ebenso eine bewusste Verteilung wie interessante oder nach außen sichtbare Aufgaben.

Du könntest vor dem nächsten Treffen eine Rotation oder klare Zuordnung vorschlagen. Dabei musst du deine bisherige Hilfe nicht kleinreden. Gerade weil die Aufgabe wichtig ist, sollte sie nicht unsichtbar bleiben. Du darfst neben der Organisation auch mit deinem fachlichen Beitrag wahrgenommen werden und dafür tatsächlich Zeit behalten.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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