Warum fällt dir ein Fehler in einer neuen Stelle schwerer als nach vielen Jahren?

Du bist erst kurz im Team und übersiehst eine Kleinigkeit. Sofort erscheint dir der Fehler riesig. Du befürchtest, dass alle ihre Entscheidung für dich bereuen. In einer vertrauten Stelle hättest du sachlicher reagiert. Hier scheint noch jede Handlung darüber zu entscheiden, welches Bild die anderen dauerhaft von dir bekommen.

Am Anfang fehlen gemeinsame Erfahrungen, die einen Fehler einordnen. Du kannst noch nicht auf viele gelungene Aufgaben im selben Umfeld zurückblicken. Das macht verletzlich. Trotzdem gehört Einarbeitung gerade dazu, Abläufe kennenzulernen und nachzufragen. Ein einzelnes Missgeschick liefert selten die vollständige Information, die dein inneres Urteil daraus macht.

Du könntest den Fehler klären, korrigieren und nach einer hilfreichen Vorgehensweise fragen. Mehr Selbstanklage verbessert das Ergebnis nicht automatisch. Du darfst Verantwortung übernehmen, ohne deine ganze Eignung infrage zu stellen. Neue Kolleginnen brauchen keinen fehlerlosen Menschen, sondern jemanden, der lernen und mit offenen Fragen verlässlich umgehen kann.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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