Ihr habt im Freundeskreis einen Betrag vereinbart. Kurz vor der Übergabe ergänzt du noch etwas. Du möchtest Freude machen, doch vielleicht vermeiden, dass das Geschenk zu bescheiden wirkt. Die gemeinsame Absprache wird dabei still verändert, ohne dass die anderen wissen, welche Botschaft du zusätzlich senden möchtest.
Mehr ist nicht immer neutral. Eine zusätzliche Ausgabe kann andere unter Druck setzen oder den Eindruck erzeugen, die ursprüngliche Geste sei unzureichend gewesen. Gleichzeitig ist dein Wunsch nach Großzügigkeit nicht falsch. Es lohnt sich nur zu prüfen, ob er gerade der beschenkten Person dient oder einer eigenen Unruhe über das Genügen.
Du könntest Ergänzungen vorher ansprechen oder bei der vereinbarten Form bleiben. Wenn du persönlich etwas schenken möchtest, lässt sich das getrennt und offen gestalten. Gemeinsam schenken bedeutet auch, eine gemeinsame Grenze zu respektieren. Wärme entsteht nicht allein durch Steigerung, sondern ebenso dadurch, dass alle Beteiligten sich in der Geste wiederfinden können.