Warum fühlst du dich für jede Sammelaktion in deinem Umfeld verantwortlich?

Eine Kollegin sammelt für einen guten Zweck, ein Freund für ein Projekt, der Verein für neue Ausstattung. Jede Anfrage ist nachvollziehbar. Zusammengenommen entsteht jedoch ein ständiger Druck. Du möchtest niemandem absagen und behandelst jede Bitte so, als hinge ihre Berechtigung davon ab, dass du persönlich dazu beiträgst.

Mitgefühl hat keine einfache Obergrenze, deine Mittel und Aufmerksamkeit schon. Dass mehrere Anliegen wichtig sind, bedeutet nicht, dass du alle tragen kannst. Absagen können schwer sein, gerade wenn persönliche Beziehungen beteiligt sind. Trotzdem ist begrenzte Unterstützung nicht automatisch gleichgültig, und Beteiligung bleibt nur dann freiwillig, wenn ein Nein möglich ist.

Du könntest eine Anfrage anerkennen, ohne sofort eine Zusage zu geben. Vielleicht passt sie gerade, vielleicht nicht. Du brauchst keinen Gegenbeweis dafür, dass der Zweck unwichtig wäre. Manchmal lautet die ehrliche Antwort einfach, dass du dich diesmal nicht beteiligst. Deine Verbundenheit muss nicht bei jeder Gelegenheit erneut durch Geld bestätigt werden.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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