Warum kaufst du Kleidung für einen Berufsalltag, den du gar nicht hast?

Im Schrank hängt ein Kleidungsstück für souveräne Auftritte, wichtige Termine und ein anderes Arbeitsleben. Dein tatsächlicher Alltag braucht es selten. Trotzdem hat der Kauf etwas getroffen: eine Vorstellung davon, wie du auftreten oder wahrgenommen werden möchtest. Du hast nicht nur Stoff gewählt, sondern ein mögliches Bild von dir.

Solche Käufe können mit Hoffnung und Identität verbunden sein. Daran ist nicht automatisch etwas falsch. Schwierig wird es, wenn die vorgestellte Person immer besser ausgestattet ist als dein gegenwärtiges Leben und du dich darin zunehmend unpassend fühlst. Ein Gegenstand kann Entwicklung begleiten, sie aber nicht vollständig stellvertretend übernehmen.

Du könntest fragen, welche Eigenschaft dich an diesem Bild anzieht. Klarheit, Sichtbarkeit, Freiheit? Vielleicht lässt sie sich bereits im heutigen Alltag ausdrücken. Deine Kleidung muss keine Zukunft beweisen. Sie darf zu dem Menschen passen, der du jetzt bist, auch wenn deine Wünsche darüber hinausreichen.

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