Du bemerkst, dass ein Kollege mit seiner Aufgabe nicht fertig wird. Sofort überlegst du, was du übernehmen könntest. Noch bevor er um Unterstützung bittet, schiebst du deine eigenen Pläne zur Seite. Seine Frist wird in deinem Kopf zu einer gemeinsamen Gefahr.
Vielleicht hängen eure Ergebnisse tatsächlich zusammen. Vielleicht kennst du aber auch das vertraute Gefühl, Schwierigkeiten früh abfangen zu müssen. Zwischen sinnvoller Zusammenarbeit und automatischem Retten liegt eine wichtige Frage: Welche Verantwortung gehört gerade wirklich zu dir, und welche wird nur still verschoben?
Du darfst nachfragen, statt sofort einzuspringen. Was braucht er, was hat er bereits geklärt, und wer entscheidet über Prioritäten? Unterstützung wird dadurch nicht weniger freundlich. Sie bekommt lediglich eine Form, in der du nicht unbemerkt die Folgen jeder fremden Verzögerung mitträgst.