Warum erledigst du fremde Aufgaben lieber selbst, als ihre Zuständigkeit zu klären?

Eine liegen gebliebene Aufgabe taucht auf, und du machst sie schnell mit. Das Gespräch darüber würde vermutlich länger dauern. Beim nächsten Mal landet dieselbe Sache wieder bei dir. Was als praktische Abkürzung begann, entwickelt sich langsam zu einer Verantwortung ohne Namen.

Selbstmachen kann kurzfristig Ruhe schaffen. Gleichzeitig bleibt unsichtbar, dass eine Zuständigkeit fehlt oder eine Übergabe nicht funktioniert. Vielleicht willst du Streit vermeiden, vielleicht bist du tatsächlich besonders geübt. Beides verpflichtet dich nicht dazu, dauerhaft die Lücken im System zu schließen.

Beim nächsten Auftauchen könntest du die Aufgabe nicht nur erledigen, sondern ihre künftige Zuordnung ansprechen. Sachlich und ohne Schuldfrage. Eine klare Zuständigkeit entlastet nicht allein dich. Sie hilft auch anderen, ihre Arbeit verlässlich zu planen und Unterstützung rechtzeitig einzufordern.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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