Warum sehen Ferien im Rückblick länger aus, wenn du neue Wege gegangen bist?

Du warst nur wenige Tage weg, doch beim Erzählen tauchen viele einzelne Szenen auf. Der unbekannte Markt, eine falsche Abzweigung, ein Gespräch im Bus: Der kurze Aufenthalt wirkt überraschend umfangreich. Eine gleich lange Woche zu Hause lässt sich manchmal in einem einzigen Satz zusammenfassen.

Ungewohnte Situationen können deiner Erinnerung mehr unterscheidbare Anhaltspunkte geben. Vertraute Abläufe verschwimmen dagegen leichter miteinander. Daraus folgt nicht, dass dein Alltag leer wäre oder du ständig reisen müsstest. Es zeigt eher, dass erlebte Dauer und erinnerte Fülle unterschiedlich zustande kommen und nicht einfach an derselben Uhr abgelesen werden können.

Vielleicht probierst du zu Hause gelegentlich einen anderen Weg aus, ohne den Tag künstlich besonders zu machen. Ein wenig Aufmerksamkeit für Unterschiede kann genügen. Du musst nicht fortwährend Neues sammeln, um deiner Zeit eine erkennbare Gestalt zu geben.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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