Du schaust aus dem Fenster, als die Farben bereits verblassen. Jemand zeigt dir ein Foto vom Himmel wenige Minuten zuvor, und plötzlich fühlt es sich an, als hättest du etwas Wichtiges versäumt. Dabei warst du zufrieden mit dem, was du bis dahin gerade getan hast.
Erst der Hinweis auf eine andere Möglichkeit verwandelt manche Augenblicke in scheinbar verlorene Chancen. Du vergleichst deinen wirklichen Abend mit einer kurzen, besonders schönen Auswahl daraus, was anderswo sichtbar war. Doch Wahrnehmung bleibt immer begrenzt. Wer einen Himmel betrachtet, verpasst gleichzeitig andere Dinge, ohne sie deshalb schuldhaft zu verlieren.
Du könntest noch einen Moment beim verblassenden Licht bleiben. Auch dieser Himmel gehört zum Abend. Du musst nicht immer seinen eindrucksvollsten Abschnitt erwischen, um an der Welt teilzunehmen und etwas von ihrer Veränderung zu bemerken.