Zur gewohnten Zeit stehst du auf und gehst beinahe zur Leine. Erst dann fällt dir wieder ein, dass der Spaziergang nicht mehr stattfindet. Der Abend ist freier geworden, aber diese Freiheit fühlt sich nicht wie Entlastung an. Ein vertrautes Gegenüber und ein gemeinsamer Rhythmus fehlen zugleich.
Die Beziehung zu einem Tier besteht aus vielen wiederholten Handlungen. Mit seinem Tod verändern sich deshalb nicht nur Gefühle, sondern auch Wege, Geräusche und Tageszeiten. Deine Trauer braucht keinen Vergleich mit anderen Verlusten, um ernst genommen werden zu dürfen. Sie gehört zu einer wirklichen Bindung in deinem Leben.
Vielleicht gehst du vorerst trotzdem eine kleine Runde oder gestaltest die Stunde anders. Beides ist möglich. Du musst die entstandene Lücke nicht sofort sinnvoll füllen oder durch eine neue Bindung ersetzen, damit du angemessen weiterlebst.