Warum klingt die eigene Aufnahme von vor zwanzig Jahren so unbekannt?

Du hörst eine alte Aufnahme und erkennst deinen Akzent sofort. Trotzdem überraschen dich die Geschwindigkeit und der Ernst, mit dem du sprichst. Du weißt, dass du es bist, und empfindest zugleich Abstand zu diesem Menschen, der noch keine Ahnung von deinem späteren Leben hatte.

Über die Jahre verändern sich nicht nur Stimmen, sondern auch Ausdrucksweisen und Selbstverständlichkeiten. Eine Aufnahme macht sichtbar, was du im täglichen Wandel kaum bemerkst. Das frühere Ich ist weder eine schlechtere Ausgabe noch deine einzig unverfälschte Form. Es war jemand, der unter damaligen Bedingungen seinen Weg suchte.

Vielleicht hörst du mit derselben Geduld zu, die du einem jüngeren Menschen schenken würdest. Du darfst über manches schmunzeln. Veränderung muss nicht bedeuten, dass du dir untreu geworden bist oder deine frühere Stimme verleugnen musst.

Bleib neugierig.

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