Auf dem Zettel stehen Kartoffeln, Seife und Kaffee. Der Inhalt wäre längst vergessen, doch die Schrift hält deinen Blick fest. Du erkennst den Schwung eines Buchstabens und die hastige Unterstreichung. Plötzlich wirkt die Hand eines vertrauten Menschen näher als auf manchen feierlichen Fotografien.
Handschrift trägt kleine Eigenheiten einer Bewegung. Gerade beiläufige Notizen können deshalb persönlich sein, obwohl sie nie als Andenken gedacht waren. Wenn der Mensch nicht mehr da ist, bleibt darin eine Spur seines gewöhnlichen Lebens sichtbar. Sie muss keine Botschaft enthalten, um dich zu berühren.
Du könntest den Zettel geschützt aufbewahren oder ihn fotografieren. Auch wenn du ihn irgendwann verlierst, verschwindet dadurch eure Geschichte nicht. Ein Andenken kann dir Halt geben, ohne die ganze Verantwortung für deine Erinnerung zu tragen.