Du denkst nicht zuerst an große Feiern, sondern an den Bahnsteig. Ihr habt dort oft nebeneinandergestanden, über Müdigkeit geredet und schweigend auf die Anzeige gesehen. Jetzt wartest du allein und spürst, wie viel Verbindung in einer Zeit lag, die früher bloß überbrückt werden sollte.
Gemeinsames Warten verlangt manchmal erstaunlich wenig und ermöglicht gerade dadurch Nähe. Niemand muss ein besonderes Erlebnis herstellen. Kleine Bemerkungen bekommen Platz, die zwischen festen Terminen leicht verloren gehen. Wenn ein Mensch fehlt, werden solche unscheinbaren Zwischenräume als Teil eurer Beziehung sichtbar.
Du darfst sie genauso vermissen wie einen besonderen Urlaub. Vielleicht erzählst du jemandem von einer dieser Bahnsteigszenen. Erinnerungen müssen nicht spektakulär sein, um zu zeigen, wie selbstverständlich ein Mensch zu deinem Alltag gehörte.