Der Kalender nennt längst Frühling, doch für dich beginnt er erst an einem bestimmten Morgen. Du öffnest das Küchenfenster und lässt es offen, während du frühstückst. Zum ersten Mal stört die Luft nicht beim Sitzen. Die Wohnung scheint wieder mit der Straße verbunden zu sein.
Persönliche Jahreszeiten folgen oft kleinen Gewohnheiten statt offiziellen Daten. Ein offenes Fenster, leichtere Schuhe oder der erste Kaffee draußen geben Veränderungen eine greifbare Form. Darin liegt auch Erinnerung: Dein Körper und dein Alltag erkennen etwas wieder, das kein einzelner Kalendertermin vollständig beschreiben kann.
Du darfst diesen unscheinbaren Beginn bemerken, ohne daraus gleich ein Vorhaben zu machen. Vielleicht frühstückst du etwas langsamer. Manchmal reicht eine geöffnete Scheibe, damit sich ein neuer Abschnitt des Jahres willkommen anfühlt.