Seit Beginn des Semesters liegt dein Handy auf dem Tisch und zeichnet jede Vorlesung auf. Du hörst nur halb zu, weil ja alles gespeichert wird. Zu Hause findest du nie die Zeit, die Aufnahmen noch einmal abzuspielen.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass du etwas verpasst, wenn du nicht alles festhältst, und dass dein Gedächtnis allein nicht reicht. Worauf baust du – auf gespeicherte Stunden oder auf deine Aufmerksamkeit im Moment, in dem das Wissen angeboten wird?
Wer auf Liebe baut, legt das Handy weg und hört zu, notiert nur das Wichtigste mit der Hand. Du darfst darauf vertrauen, dass du beim Zuhören mehr behältst, als du denkst. Eine wache Stunde wiegt mehr als zehn gespeicherte.