Warum erzählst du deine Geschichte, als wäre sie schon zu Ende?

Du erzählst von dir in der Vergangenheitsform: so bin ich geworden, deshalb bin ich heute so. Jeder Satz klingt wie ein Abschluss, obwohl die Seite noch offen ist.

Dahinter steht Angst: die Angst, dass eine fertige Geschichte mehr Halt gibt als eine offene, die Angst, dass eine neue Version von dir auch alte Enttäuschungen mitbringt. Also erzählst du zu Ende, was noch läuft. Worauf baust du – auf die feste Erzählung oder auf das nächste Kapitel?

Ein Mensch ist kein Ergebnis, er ist ein Verlauf. Wer auf Liebe baut, lässt die Geschichte offen und wird trotzdem nicht haltlos. Du darfst anders werden als die Person, die du beschrieben hast.

Weiterfragen: Warum suchst du Bestätigung, obwohl du die Antwort längst kennst? · Warum wartest du auf Erlaubnis, dein eigenes Leben zu leben?

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