Dein Partner kommt müde nach Hause und seufzt, weil der Geschirrspüler schon wieder voll ist. Sofort denkst du, sein Seufzen gelte dir und deiner Art zu leben. Du ziehst dich zurück, obwohl er noch gar nichts über dich gesagt hat. Der Abend verstummt.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass jede Kritik am Alltag heimlich dich meint. Worauf baust du – auf die Annahme, dass sein Seufzen eine Anklage ist, oder auf die Möglichkeit, dass er einfach erschöpft ist? Ein Seufzer ist noch kein Urteil.
Wer auf Liebe baut, fragt nach, statt den Seufzer stumm zu deuten. Du darfst dich erkundigen, was ihn wirklich bedrückt. So bleibt ein müder Abend ein müder Abend und wird kein stiller Streit.