Warum überspringst du im Sachbuch die Kapitel, die deiner Meinung widersprechen?

Du liest das neue Sachbuch mit wachsender Zustimmung. Bei dem Kapitel, das deine Gewohnheiten infrage stellt, blätterst du schnell weiter. Am Ende kennst du nur die Hälfte, die dich bestätigt, und dein Urteil über das ganze Buch steht trotzdem fest.

Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass ein gutes Argument dich zwingt, eine lieb gewordene Gewissheit loszulassen. Worauf baust du – auf das bequeme Bestätigtwerden oder auf ein Lesen, das auch Widerspruch aushält?

Wer auf Liebe baut, liest das unbequeme Kapitel einmal ganz und prüft ruhig, was daran stimmig ist. Du darfst bei deiner Haltung bleiben und trotzdem anhören, was dagegen spricht.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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