Du liest das neue Sachbuch mit wachsender Zustimmung. Bei dem Kapitel, das deine Gewohnheiten infrage stellt, blätterst du schnell weiter. Am Ende kennst du nur die Hälfte, die dich bestätigt, und dein Urteil über das ganze Buch steht trotzdem fest.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass ein gutes Argument dich zwingt, eine lieb gewordene Gewissheit loszulassen. Worauf baust du – auf das bequeme Bestätigtwerden oder auf ein Lesen, das auch Widerspruch aushält?
Wer auf Liebe baut, liest das unbequeme Kapitel einmal ganz und prüft ruhig, was daran stimmig ist. Du darfst bei deiner Haltung bleiben und trotzdem anhören, was dagegen spricht.