Du übersetzt für deinen Nachbarn einen Behördenbrief und lässt den Absatz weg, der von einer drohenden Frist handelt. Du willst ihm die Sorge ersparen und tust, als stünde dort nichts Wichtiges. Damit nimmst du ihm die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass die unangenehme Nachricht ihn überfordert und du seine Last nicht tragen kannst. Worauf baust du – auf die geschönte Übersetzung oder auf die vollständige Wahrheit, die ihn handlungsfähig macht?
Wer auf Liebe baut, übersetzt auch den schweren Satz und bleibt daneben, wenn er Fragen hat. Du darfst die Sorge mit ihm teilen, statt sie ihm vorzuenthalten.