Warum übersetzt du im Behördenbrief die unangenehme Passage einfach weg?

Du übersetzt für deinen Nachbarn einen Behördenbrief und lässt den Absatz weg, der von einer drohenden Frist handelt. Du willst ihm die Sorge ersparen und tust, als stünde dort nichts Wichtiges. Damit nimmst du ihm die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln.

Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass die unangenehme Nachricht ihn überfordert und du seine Last nicht tragen kannst. Worauf baust du – auf die geschönte Übersetzung oder auf die vollständige Wahrheit, die ihn handlungsfähig macht?

Wer auf Liebe baut, übersetzt auch den schweren Satz und bleibt daneben, wenn er Fragen hat. Du darfst die Sorge mit ihm teilen, statt sie ihm vorzuenthalten.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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