Für die neue Lese-AG wählst du die Kinder aus, die schon fließend lesen. Die anderen, die mühsam buchstabieren, lässt du draußen. So wird die AG ruhig und die Ergebnisse glänzen. Doch genau die Kinder, die das Vorlesen am nötigsten hätten, bleiben ohne Platz.
Vielleicht willst du eine Gruppe, die gut vorankommt. Dahinter steht Angst: dass langsame Leser die gemeinsame Arbeit bremsen oder dich überfordern. Worauf baust du – auf eine glänzende Gruppe oder auf eine AG, die allen eine Chance gibt? Wer nur die Stärksten nimmt, verfestigt den Abstand, den er abbauen will.
Wer auf Liebe baut, mischt die Gruppe und lässt die Schnellen den Langsamen vorlesen. Du darfst Fortschritte wollen und trotzdem niemanden ausschließen. Oft lernt der, der erklärt, am meisten.