Warum verschweigst du im Workshop die Hälfte der Umfrageergebnisse, weil sie unbequem sind?

Du leitest einen Workshop und stellst die Umfrage vor. Die lobenden Antworten zitierst du ausführlich, die kritischen lässt du weg. Im Raum entsteht der Eindruck, alle seien zufrieden. Dabei weißt du, dass ein Drittel der Befragten unzufrieden ist. Dein Vortrag malt ein Bild, das nicht stimmt.

Vielleicht willst du das Team nicht verunsichern. Dahinter steht Angst: dass Kritik den guten Schwung zerstört. Worauf baust du – auf ein geschöntes Ergebnis oder auf eine ehrliche Auswertung, die auch Kritik ernst nimmt? Wer Kritik verschweigt, nimmt dem Team die Chance, besser zu werden.

Wer auf Liebe baut, zeigt beide Seiten der Umfrage und fragt ins Plenum, was daraus folgen soll. Du darfst loben und trotzdem die unbequemen Zahlen nennen. Kritik, die ausgesprochen wird, kann euch weiterbringen.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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