Beim jährlichen Check-up fragt die Ärztin nach deinem Schlaf. Du antwortest schnell mit acht Stunden, obwohl du seit Monaten nachts wach liegst und morgens gerädert aufstehst. Die Frage ist da, um dir zu helfen, und du weichst ihr aus.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Erschöpfung als Schwäche oder mangelnde Disziplin gedeutet wird. Worauf baust du – auf das Bild des gesunden Menschen oder auf eine ehrliche Antwort, die dir endlich Hilfe bringen könnte?
Wer auf Liebe baut, sagt beim nächsten Termin die Wahrheit über die wachen Nächte. Du darfst zugeben, dass du erschöpft bist; genau dafür sitzt dir ein Mensch in Weiß gegenüber.