Warum erzählst du im Bekanntenkreis deine Meinung als Tatsache?

Beim Kaffee mit Bekannten stellst du deine Einschätzung so dar, als stünde sie fest. Wenn jemand nachfragt, woher du das weißt, wirst du ungeduldig. Deine Sicht soll nicht als Meinung erscheinen, sondern als gesichertes Wissen. Du hast sie dir aus ein paar Beiträgen zusammengereimt, ohne sie zu überprüfen.

Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass eine bloße Vermutung dein Gesicht verlieren lässt. Worauf baust du – auf den sicheren Ton oder auf die Ehrlichkeit, etwas zu glauben statt zu wissen?

Wer auf Liebe baut, sagt offen, dass er etwas vermutet und nicht belegt hat. Du darfst eine Meinung vertreten, ohne sie zur Wahrheit erklären zu müssen.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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