Im vollen Wartezimmer bleibt der Platz neben dir frei, und du stellst deine Tasche darauf. Eine Frau sucht einen Sitz, doch du tust, als hättest du es nicht bemerkt. Erst als jemand anderes Platz macht, fühlst du dich ertappt.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass Nähe dir zu viel wird und ein fremder Mensch zu viel von dir fordert. Worauf baust du – auf den schützenden Abstand oder auf die kleine Freundlichkeit, die Räume öffnet?
Wer auf Liebe baut, rückt die Tasche zur Seite und bietet den freien Platz an. Du darfst Nähe zulassen, ohne dich von ihr vereinnahmt zu fühlen. Ein freigegebener Sitz verändert den ganzen Raum.