Bevor Besuch kommt, räumst du das Bad auf. Den Duschhocker schiebst du in die Abstellkammer, obwohl du ihn später wieder brauchst. Die frischen Handtücher dürfen sichtbar bleiben, das Hilfsmittel nicht. Du möchtest dein Badezimmer zeigen, aber möglichst keinen Hinweis darauf, wie du es tatsächlich benutzt.
Vielleicht passt zu deinem Unbehagen dieser Gedanke: Dahinter steht Angst: Der Hocker könnte ungefragtes Mitleid oder neugierige Fragen auslösen. Worauf baust du – auf ein Badezimmer ohne sichtbare Hilfsmittel oder auf deine zugängliche Dusche?
Wer auf Liebe baut, respektiert auch deine Entscheidung, darüber nicht zu sprechen. Du darfst den Hocker stehen lassen und Fragen knapp beantworten. Dein Bad muss deinen Alltag ermöglichen. Es braucht nicht wie ein Raum auszusehen, in dem niemand eigene Bedürfnisse hat.