Du bringst deinem erwachsenen Kind eine Einkaufstasche vorbei und schließt die Wohnung auf. Es erschrickt und bittet dich, künftig zu klingeln. Du zeigst auf den Schlüssel: Den hat es dir doch selbst gegeben. Dass er für Notfälle gedacht war, passt nicht zu deinem gewohnten Familienalltag.
Vielleicht steckt dieser Gedanke dahinter. Dahinter steht Angst: Wenn du um Einlass bitten musst, könntest du nicht mehr richtig dazugehören. Dabei verändert eine eigene Wohnung auch die Regeln für Besuche. Worauf baust du – auf jederzeit offenen Zugang oder auf Einladungen, die dein Kind freiwillig ausspricht?
Wer auf Liebe baut, kann erwachsene Selbstständigkeit auch an der Haustür respektieren. Du darfst nachfragen, wofür du den Schlüssel behalten sollst. Kündige den nächsten Besuch an und warte auf eine passende Zeit.