Warum sprichst du nach der Diagnose nur noch über die Medikamente?

Du kennst inzwischen jeden Kontrolltermin deines Partners. Beim Abendessen fragst du nach den Tabletten und nach Schmerzen. Als er von einem seltsamen Traum erzählt, lenkst du zurück auf den nächsten Arztbesuch. Ihr organisiert die Krankheit sorgfältig, aber seine anderen Geschichten kommen kaum noch vor.

Möglicherweise gilt hier: Dahinter steht Angst: Wenn du nicht ständig aufpasst, könntest du etwas Wichtiges übersehen. Medizinische Aufgaben nehmen dann auch die Zeit ein, die euch als Paar gehört. Worauf baust du – auf dauernde Gesundheitsabfragen oder auf vereinbarte Fürsorge mit Platz für euren übrigen Alltag?

Wer auf Liebe baut, sieht mehr als einen Patienten. Du darfst fragen, wann Unterstützung erwünscht ist und wann nicht. Reserviert einen Abendteil für etwas, das nichts mit Befunden zu tun hat.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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