Warum klingt eine Behauptung glaubwürdiger, nachdem du sie mehrfach gelesen hast?

Beim Frühstück siehst du einen überraschenden Satz über Ernährung. Mittags taucht er in einem Video wieder auf, abends in einer Nachricht. Am nächsten Tag erzählst du ihn weiter. Eine Quelle hast du nicht geprüft, aber inzwischen klingt der Satz fast wie Allgemeinwissen.

Manchmal kommt hinzu: Dahinter steht Angst: Ohne schnelle Einordnung fühlst du dich schlecht informiert. Vertraute Formulierungen lassen sich leichter verarbeiten; das macht sie noch nicht wahr. Worauf baust du – auf die Häufigkeit eines Satzes oder auf eine nachvollziehbare Quelle?

Wer auf Liebe baut, kann auch beim Weitererzählen sorgfältig sein. Du darfst sagen, dass du etwas mehrfach gehört hast, es aber noch nicht beurteilen kannst. Such vor dem Teilen nach dem ursprünglichen Beleg statt nach der nächsten Wiederholung.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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