Warum kaufst du bei jedem Marktbummel etwas aus schlechtem Gewissen?

Am Marktstand probierst du einen Käsewürfel. Die Verkäuferin erklärt dir freundlich, woher der Käse kommt. Er schmeckt dir zu kräftig, doch du bestellst ein Stück. Während sie es einwickelt, ärgerst du dich schon, weil du eigentlich bloß kosten wolltest.

Manchmal steckt diese Befürchtung darin: Dahinter steht Angst: Nach einer freundlichen Beratung ohne Kauf zu gehen könnte ausnutzend wirken. Worauf baust du – auf einen Kauf als Entschuldigung oder auf ein ehrliches Urteil über die Kostprobe?

Wer auf Liebe baut, kann Freundlichkeit erwidern, ohne dafür Käse mitzunehmen. Du darfst dich für die Erklärung bedanken und sagen, dass diese Sorte nicht dein Geschmack ist. Eine angebotene Kostprobe ist keine Bestellung. Vielleicht kaufst du beim nächsten Besuch etwas, das dir wirklich schmeckt.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

Nach oben scrollen