Warum übst du deinen Satz, bevor du im Geschäft nach der Toilette fragst?

Du bist schon eine Weile im Möbelhaus unterwegs und suchst nach einem Toilettenschild. Eine Mitarbeiterin räumt direkt neben dir Kissen ein. Statt sie anzusprechen, gehst du noch eine Runde und formulierst im Kopf eine möglichst höfliche Frage samt ausführlicher Entschuldigung.

Es könnte mehr als Höflichkeit sein: Dahinter steht Angst: Dein Anliegen könnte gerade ungelegen kommen und lästig wirken. Worauf baust du – auf den perfekt vorbereiteten Fragesatz oder auf eine kurze Auskunft der Mitarbeiterin?

Wer auf Liebe baut, berücksichtigt andere, ohne gewöhnliche Fragen zu verkomplizieren. Du darfst kurz warten, bis sie aufschaut, und dann nach der Toilette fragen. Dafür braucht sie deine ganze Vorgeschichte nicht. Ein Bitte und ein Danke reichen hier meist völlig aus, und du findest schneller den Weg.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

Nach oben scrollen